Afghanischer Frauenverein

Liebe Freundinnen und Freunde Afghanistans,

heute beginnt in Afghanistan Eid al-Fitr, das Zuckerfest und Fest des Fastenbrechens. Nach 20 Tagen Krieg haben Pakistan und Afghanistan aus diesem Anlass einen sechstägigen Waffenstillstand beschlossen. Erst am Montag hatte der Konflikt zwischen beiden Ländern eine neue Eskalation erreicht, als Angriffe in Kabuls eine Klinik trafen. 408 Menschen wurden getötet. Parallel sind in den Grenzregionen Nangarhar, Kunar und Kandahar aktuell 16.000 Menschen auf der Flucht vor den Gefechten.

Der Waffenstillstand ist für alle ein erster Hoffnungsschimmer!

Zu Eid möchten auch wir Hoffnung bringen und die vielen bedrückenden Nachrichten aus der Region um gute ergänzen. Denn auch davon gibt es in Afghanistan, auch wenn sie leiser sind und teils sein müssen. Unsere Kolleg;innen haben trotz des Kriegsausbruchs unvermindert weitergearbeitet und Dank Ihrer Hilfe viel erreichen können.

Bevor wir Sie unten mit nach Afghanistan nehmen, wünschen wir Ihnen zunächst:

Eid Mubarak - Frieden und Gesundheit.

In herzlicher Verbundenheit und mit den besten Wünschen für Sie,
Ihre

Homa Abass, Christina Ihle
und das Team des Afghanischen Frauenvereins e.V

5.267 Kinder starten in das neue Schuljahr

Nach 33 Jahren fallen in diesem Jahr das Zuckerfest und das afghanische Neujahrsfest Nowruz erstmals wieder auf dieselben Tage. Mit Nowruz beginnt an unseren fünf Schulen das neue Schuljahr, eingeläutet durch das landesweite „Ringing of the Bell“ der Schulglocken. Für uns hieß das in den letzten Tagen Böden wienern, Schultaschen, Bücher, Hefte und Stifte kaufen und alles für den großen Tag vorbereiten.

Denn 5.267 Kinder haben sich für das Schuljahr 2026 an unseren fünf Schulen angemeldet. Für Nowruz haben sie sich bereits ihre liebsten Kleidungsstücke zurechtgelegt. Etwas „Neues“ zu tragen, und sei es nur eine versteckte, glitzernde Haarspange oder ein frisches Henna-Tattoo ist ihr größter Wunsch. 3.109 der Kinder haben im Januar und Februar unsere freiwilligen Winterferienkurse absolviert. Shukria aus Ghazni erzählt Ihnen hier, was das für sie bedeutete.

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Abschluss unserer Winterhilfe für 15.000 Menschen

Zu Eid und Nowruz etwas Neues zu tragen, ist dank Ihrer Hilfe auch 15.050 Menschen aus Kunar, Baghlan und Kunduz möglich, die wir in den vergangenen Wochen mit wärmender Kleidung, Winterschuhen, Decken, schützenden Zeltplanen und in Kunduz auch mit winterfesten Zelten erreichen konnten. Wir sind Ihnen unendlich dankbar, dass Sie uns diesen großen Winterhilfeeinsatz in drei Landesteilen ermöglicht haben. Die Not ist gerade unfassbar groß. In Kunduz zum Beispiel trafen wir 650 Familien, nachdem ein Schneesturm ihre selbstgebauten Unterkünfte aus Pappe und Reissäcken zerstört hatte. Zwei Wochen durften sie in leer stehenden Schulgebäuden unterkommen. Zeit, die wir nutzen konnten, um für sie Zelte und das Überlebenswichtigste zu besorgen und zu verteilen. Hier für Sie erste Eindrücke von den Verteilungen in Kunduz, Kunar und Baghlan.

Neue Brunnen für über 12.000 Menschen

Nach acht Monaten Bauzeit konnten wir im Dezember unser großes Wasserprojekt in Nangarhar erfolgreich abschließen. Über 12.000 Menschen in den Regionen Batikot und Rodat erhalten jetzt durch zwei große Trinkwasseranlagen mit 78 Zapfstellen, durch zehn weitere Klein-Brunnen und vier reparierte Krankenhaus-Wassersystemen täglich sauberes Trinkwasser. In Herat und Baghlan bauen wir fleißig weiter und auch in Nangarhar bereiten wir schon das nächste Brunnenprojekt vor.Was diese Hilfe für Familien und Kinder vor Ort bedeutet, zeigen diese Fotos.

Erste Stipendiatinnen starten in die Selbständigkeit

2024 war es noch möglich, 48 Abiturientinnen unserer Mädchenschulen eine medizinische Ausbildung zu ermöglichen. Im November 2024 dann wurden alle Ausbildungsstudiengänge für Mädchen von der Regierung geschlossen. Unserer wunderbaren Mitbegründerin Mastura Nawaz gelang es einen Weg zu finden, einigen der Mädchen über praktische Krankenhauskurse dennoch die wichtigsten fehlenden Ausbildungsinhalte zugänglich zu machen. Zum 1. März haben nun 15 von ihnen ihre erste Stelle als Assistenz-Hebammen und Krankenschwestern in örtlichen Krankenhäusern aufgenommen. Andere werden bereits im privaten Umfeld zu Geburten gerufen und verdienen sich damit erste kleine Einkommen. Wir sind stolz auf alle Mädchen und ihren Mut im vergangenen Jahr. Wir sind dankbar für Mastura Nawaz und ihren unermüdlichen Einsatz und unendlich dankbar für alle Stipendiengeber:innen, die dies in den letzten zwei Jahren ermöglicht haben!

Auch wenn wir ein nächstes Stipendienprogramm in der aktuellen Situation nicht ermöglichen können, geht unsere Hilfe in 22 Projekten des Afghanischen Frauenvereins weiter. 

Sie machen dies möglich. Vielen, vielen Dank Ihnen dafür!

Spendenkonto:

Afghanischer Frauenverein e.V.
Commerzbank Koblenz
IBAN: DE28 5708 0070 0680 8505 00
BIC: DRESDEFF570

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