Afghanischer Frauenverein

Liebe Freundinnen und Freunde Afghanistans,

nicht nur Deutschland ist aktuell in den Sommerferien. Nach aufregenden Halbjahresprüfungen haben auch in Afghanistan die Hitzeferien begonnen. Wir nutzen die freie Zeit für Lehrerfortbildungen und den Baustart an zwei unserer Schulen. Und unsere 5.064 Schulkinder?

„Mir wirbelt der Kopf“, ruft Massud und freut sich über die Ferien. Zahar und Bassima dagegen können es kaum erwarten, dass die Ferien wieder vorbei sind. Lesen Sie hier, warum.

Nothilfe trotz Sturzfluten: Lebensmittelverteilung erreicht 7.028 Vertriebene in Kunar

Der Osten Afghanistans wird gerade von schweren Sturzfluten heimgesucht. Besonders dramatisch hat es die Region Nuristan getroffen. Doch auch in Nangarhar richten schwere Regenfälle Erdrutsche und Zerstörungen aus. Besonders schlimm treffen diese Familien ohne feste Unterkünfte.

In den letzten Tagen gelang es unserem Team 7.028 von ihnen mit Überlebenshilfe und Lebensmittelpaketen zu erreichen. Die Familien kommen alle aus den umkämpften Grenzregionen zu Pakistan und hoffen, in den Bergen Kunars Schutz und Sicherheit zu finden.

Ihre humanitäre Situation ist besorgniserregend berichten unsere Kolleginnen Nour und Hazimah, die sich als Sozialarbeiterinnen besonders um alleinstehende Frauen mit Kindern kümmern. Was sie bei den Hilfsgüterverteilungen erleben, lesen Sie hier.

Sieben neue Labore im Einsatz gegen Tuberkulose, Malaria und Hepatitis

In den letzten sechs Monaten mussten in Afghanistan weitere 150 Gesundheitseinrichtungen schließen. Immer mehr Hilfsorganisationen ziehen sich zurück. Mehr als 14 Millionen Menschen im Land sind aktuell ohne medizinischen Grundversorgung. Polio, eine Krankheit, die in Afghanistan längst als bezwungen galt, ist mit ersten 15 registrierten Fällen wieder auf dem Vormarsch. Auch Tuberkulose und virale Hepatitis B und C breiten sich erneut aus und führen zu Todesfällen, die leicht verhindert werden könnten. Denn beides ist behandelbar, werden sie nur früh genug durch Laboranalysen erkannt werden.

Doch jenseits großer Städte sind Labore in Afghanistan kaum mehr existent. Ein Grund, warum wir gemeinsam mit der Anja Balkenhol Stiftung, der Lavatera Stiftung und der Light Foundation sieben unserer neun Mutter-Kind-Kliniken in abgelegenen Landesteilen mit einem kleinen Labor ausgestattet haben. Amena ist eine unserer Laborleiterinnen:Endlich können wir auf Basis von Fakten vorbeugen und effektiv behandeln. Dieses kleine Labor sieht nicht danach aus, aber es rettet hier wirklich Leben.“

Jetzt sparen wir für die zwei noch fehlenden Labore, damit alle unsere Kliniken versorgt sind und freuen uns über jede Hilfe dabei.

Endlich geht es wieder los: Start unseres neuen Brunnenprojekts

Wo immer wir hinkommen in Afghanistan fehlt Wasser. Besonders kritisch ist die Situation aktuell auch in Nangarhar. Über 2,2 Millionen aus Pakistan vertriebene Menschen passierten in den letzten Monaten die Grenzregion und viele versuchen sich hier niederzulassen. Doch die verfügbaren Wasserquellen reichen nicht für alle. Mit zwei großen, solarbetriebene Tiefbrunnen mit über 60 Zapfstellen möchten wir Wasserkonflikten vorbeugen. Zusätzlich sollen in den kommenden Wochen 20 handbetriebene Flachbrunnen für besonders schwer erreichbare Siedlungen entstehen. Nach langer Wartezeit auf die Genehmigungen kann es jetzt endlich mit dem Bohren losgehen, und alles fertig werden, bevor der Winter kommt. Die Hälfte der zu entstehenden Brunnen sind bereits finanziert, für 30 Brunnen bzw. Zapfstellen suchen wir noch dringend Paten und Spender:innen. 1.500 Euro kostet im Durchschnitt die Installation eines Brunnens oder eine Zapfstelle. Wie immer befestigen wir an beidem individuell gestaltbare Brunneninschriften. Sagen Sie es gerne weiter.

Wir bedanken uns bei Ihnen von ganzem Herzen für Ihre fortwährende Unterstützung, für Ihr Vertrauen und Ihre Hilfe in Afghanistan. Sie sind es, die es uns ermöglichen, weiterzumachen.

Auch wenn die Nachrichten es oft anderes vermuten lassen: Hilfe in Afghanistan ist weiter möglich – anders und schwieriger, als zuvor – aber sie ist möglich. Durch Sie.

Tausend Dank dafür!

Von Herzen und im Namen des gesamten Vorstands

Ihre

Homa Abass und Christina Ihle




Spendenkonto:

Afghanischer Frauenverein e.V.
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